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Veganer sind im Grunde Vegetarier, die noch eine Stufe weiter gehen: Sie essen nicht nur kein Fleisch, sondern vermeiden tierische Produkte im Allgemeinen. Das bedeutet also nicht nur keine Eier, Milch und Honig, sondern auch keine Lederschuhe, keine Kosmetik mit tierischen Inhaltsstoffen, und auch keine Raubtiernummer im Zirkus.
Die Tiere sollen nicht unter den Bedürfnissen der Menschen leiden müssen und zu deren Wohl ausgebeutet werden, was für die Veganer ein sehr konsequentes und diszipliniertes Konsumdenken unumgänglich macht.
„Das vegane Kochbuch“ kommt aber auf den ersten Blick eigentlich gar nicht radikal daher: Auf über hundert Seiten finden Interessierte und Skeptiker jede Menge Anregungen für eine neue Art des Kochens, die frisch, unkompliziert und in sehr schönen Bildern präsentiert wird.
Suppen, wie die Karottencremesuppe mit getrockneten Tomaten, Vorspeisen, wie Glücksrollen mit eingelegtem Gemüse, Salate, wie der Spargelsalat mit Grapefruit und Hauptspeisen, wie Falafel mit Tahin und Rosmarinkartoffeln, legen selbst dem eingefleischtesten Grünkernhasser nahe, dass vegane Küche abwechslungsreich und lecker sein kann.
Wer also gerade locker, lässig und ohne moralischen Druck vegan Kochen wollte - einfach weil die Speisen auf den Fotos wahnsinnig gut aussehen und man Spaß an der Zubereitung hat – der sollte das Kapitel „Textbeiträge“ aussparen. Denn hier geht es dem unbedarften Fleischesser jetzt ans Gewissen: Sandra Forster, die Herausgeberin, erzählt noch ganz sympathisch, wie man trotz dieser speziellen Ernährungs - und Lebensweise unter „normalen“ Essern nicht freudlos oder verbissen wirkt. Doch dann kommen die moralischen Schriften von Hilal Sezgin, Mich Kern und Sharon Gannon, die einen Schlucken lassen ob ihrer teils apokalyptischen Prognosen für Mensch, Tier und Welt.
Leider muss man sich - trotz teils arg radikal formulierter Gedanken – eingestehen, dass sie recht haben. Die Freude am gerade neu entdeckten Räuchertofu ist aber vielleicht schon ein bisschen weniger unbedarft.
Wer sich in der Veganer-Welt besser zurecht finden will, findet im Anhang noch ausführliche Erklärungen der wichtigsten Begriffe und zahlreiche nützliche Adressen.
Ein Kochbuch das Spaß macht – und dabei gehörig ans Gewissen seiner Leser appeliert.
"Das vegane Kochbuch" erscheint am 27. Juli.
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