Vom Korken bis zum Gas: Es gibt diverse Methoden, eine angebrochene Flasche Wein zu verschliessen. Nicht alle sind gleich gut.
Der Abend ist gelaufen, die Gäste sind gegangen, nur die halbe Flasche Bordeaux steht noch einsam und angebrochen auf dem Tisch. Was tun damit, wenn man den edlen Wein nicht in den Abguss
leeren oder anderntags als Kochwein verwenden möchte? Aufbewahren. Das ist leichter gesagt als getan, schliesslich ist die Flut an angebotenen Produkten gross. Stopfen, pumpen oder mit Gas füllen?
Um den wichtigsten Faktor, nämlich die fortschreitende Oxidation, zu verhindern, bedarf es freilich keiner teuren Investitionen. In erster Linie sollte die angebrochene Flasche Wein kein Licht erhalten und an einem kühlen Ort aufbewahrt werden. «Je kühler, desto weniger schnell können sich im Wein zudem Bakterien bilden», ergänzt Lukas Anliker, Verkaufsleiter für Privatkunden bei der Riegger AG. Es versteht sich von selbst, dass die Flasche nicht gelegt werden und auch nicht in der Kühlschranktür stehen darf, wo sie bei jedem Öffnen und Schliessen Erschütterungen ausgesetzt wäre.
Zweifel am Testsieger
Welches Produkt allerdings das geeignetste ist, darüber streiten sich selbst die Fachleute. Erst kürzlich hat Philipp Schwander, der einzige Master of Wine der Schweiz, zehn Frischhaltesysteme für den «K-Tipp» (Nr. 19/11. November 2009) unter die Lupe genommen: Korken, drei einfache Verschlüsse, vier Vakuumpumpen, die der Flasche die Luft entziehen, und zwei Geräte, die spezielle lebensmitteltaugliche Gase enthalten. Gewinner des Tests war die mit knapp 24 Franken günstigste Vakuumpumpe Vacu Vin Concerto von Manor. Schwander: «Vier Tage nach dem Öffnen schmeckte ein empfindlicher Rioja noch immer gut. Zudem lässt sich mit dieser Pumpe die Luft sehr einfach aus der Flasche absaugen.»
Doch für Weinfachmann und -kolumnist Andreas Keller ist Stickstoffgas die effizienteste Methode, einen Wein haltbar zu machen. «Vor allem junge Weissweine besitzen oft etwas Kohlensäure, und diese geht mit dem Vakuumieren verloren.» Der Vorteil beim Gas: Da Stickstoff schwerer ist als Luft, legt er sich wie ein Schutzfilm auf den Wein und verhindert somit eine weitere Oxidation.
In die PET-Flasche?
Auch Lukas Anliker hat seine Zweifel...(Silvia Schaub/zisch)