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OFFENBURG. Badens Weine brauchen sich vor keinem anderen Anbaugebiet zu verstecken. Tausende Besucher konnten bei der Badischen Weinmesse in Offenburg, die am Sonntag zu Ende ging, den Vergleich anstellen. Erstmals präsentierte sich eine italienische Weinbaugegend.
Die Aufregung im Vorfeld war unter den Winzern groß: Musste das sein? Eine ausländische Region bei der traditionsreichen badischen Messe, die auf den Offenburger Weinmarkt von 1872 zurückgeht? Es blieb nicht bei verbalen Scharmützeln, einige Winzer blieben weg. Sie waren nicht die einzigen: In Baden gibt es gut 400 Weinbaubetriebe; nur jeder Fünfte stellte aus. Manche fehlen seit Jahren, etwa renommierte Betriebe vom Kaiserstuhl. Offenbar glauben sie, dass die Messe ihnen nichts bringt. 82 stellten sich indes am Wochenende dem Urteil des Publikums – dabei sechs Betriebe aus dem Valcalepio.

Nur noch vereinzelt war Kritik zu hören. Man hatte sich wohl überzeugen lassen, dass es Sinn macht, sich der globalen Konkurrenz auch im eigenen Revier zu stellen, wie Regierungspräsident Julian Würtenberger sagte: "Wer den Wettbewerb scheut, verliert langfristig an Qualität." Ähnlich Messechef Werner Bock: "Schmoren im eigenen Saft ist nur beim Rinderbraten gut." Es war auch die Rede von Exportchancen und Beteiligung von badischen Weinen an internationalen Wettbewerben in Norditalien.
Wie Gutsbesitzer Werner Weber aus Ettenheim denken inzwischen offenbar die meisten Betriebe: "Unsere badischen Weine halten ausländischen gut stand.
Ich habe keine Angst vor der Konkurrenz." Beispiel Grauburgunder: "So wie er in Deutschland ausgebaut und auf die Flasche gezogen wird, ist er interessanter als ein Pinot Grigio." Warme Tage und kühlere Nächte als anderswo, das bringe auch bei anderen Sorten das feinere Wechselspiel von Fruchtigkeit und Säure.
Auf internationale Vergleiche schwört auch Leopold Laible, Kellermeister der Genossen in Oberrotweil. Schon seit Jahren arbeite man in der Vereinigung kulinarischer Wanderungen mit Betrieben aus Frankreich, der Schweiz und Italien zusammen: "Das belebt das Geschäft, von Futterneid keine Rede." Und Hans-Bert Espe von der Shelter Vinery Kenzingen, früher bei Graf Metternich in Durbach tätig, schlug vor, den Namen in "Internationale Badische Weinmesse" zu ändern.  

Hubert Röderer

 
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