Luxus für Haut und Waden

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Spa in Marokko - Wer das luxuriöse Hotel Royal Mansour in Marrakesch besucht, kann den Stepper getrost zu Hause lassen.

Nach zwei Tagen spürt man es in den Waden, nach spätestens drei im Allerwertesten. Wer meint, Luxus bestehe nur aus süssem Nichtstun, der ist im «Royal Mansour» an der falschen Adresse. Denn hier geht es treppauf, treppab, den ganzen lieben langen Tag. Im Erdgeschoss das Wohnzimmer, im ersten Stock das Schlafgemach – und oben auf dem Dach die Terrasse inklusive Privatpool. Wo andere Hotels mit Suiten locken, trumpft das «Royal Mansour» gleich mit einem ganzen Haus auf. Und das kann ganz schön in die Beine gehen.

53 «Riads» – klassische marokkanische Stadthäuser mit offenem Innenhof – formen das Hotelgelände, ineinander verschachtelt wie in einer klassischen Medina und eingebettet in die alte Stadtmauer von Marrakesch. Dreieinhalb Jahre haben Hunderte von Handwerkern gebraucht, um aus einem heruntergekommenen Sportgelände das Prachtstück marokkanischer Hotellerie zu formen – bestellt vom König höchstselbst. Der scheute keine Kosten (wie hoch genau die waren, darüber schweigt man sich diskret aus), um der Welt zu demonstrieren, welche Handwerkskunst sein Heimatland zu bieten hat. Gelungen ist ihm das. Prachtvolle Mosaike, filigrane Schnitzereien, verwinkelte Gärten und überall das Plätschern der Brunnen und Kanäle – der europäische Gast staunt und schweigt ob so viel orientalischer Opulenz.

Die hat, es sei hier gleich gesagt, auch ihren Preis: Rund 2000 Euro bezahlt man pro Nacht für einen Ein-Schlafzimmer-Riad, bei einem Haus mit drei Schlafzimmern (und immerhin 850 Quadratmetern Wohnfläche) muss man gar mit 15 000 Euro rechnen. Dafür residiert man wahrlich königlich – oder zumindest staatsoberhauptlich, denn Chirac und Sarkozy waren auch schon da. Eine unterirdische Stadt in der Stadt sorgt für die reibungslose Versorgung der Gäste und dafür, dass man auf dem Gelände so gut wie nie einen Angestellten sieht. Die betreten und verlassen die Riads diskret durch die Hintertür. So kann es vorkommen, dass man nach dem Abendessen all seine Schuhe, die zuvor noch kreuz und quer im Schrank standen, plötzlich blitzblank...(Katharina Blansjaar/nzz.ch)


 

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