Schlösser & Burgen in NRW

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Foto: Stiftung Schloss DyckVom Hochadel bis zum Zwergenkönig

 

In allen Regionen Nordrhein-Westfalens ragen imposante Burg- und Schlosstürme in den Himmel und zeugen eindrucksvoll von der Lebensweise unserer Vorfahren. Bewohnt wurden sie aber keineswegs nur von Grafen, Kurfürsten oder Rittern, sondern auch von merkwürdigen Sagengestalten.

 

Bereits 1984 wurden Schloss Augustusburg und Schloss Falkenlust in Brühl in die Weltkulturerbe-Liste der UNESCO aufgenommen. Clemens August von Wittelsbach, Kurfürst und Erzbischof von Köln, hat 1725 mit der Errichtung einer Burg begonnen; wenige Jahre später wurde die Anlage als repräsentative Fürstenresidenz im Stil des Rokoko umgestaltet. Berühmt sind heute vor allem die Brühler Schlosskonzerte. Wer sich mehr für die Geschichte und Kuriositäten rund um das Schloss interessiert, kann an einer der zahlreichen Themenführungen teilnehmen.

Vor den Toren der Kaiserstadt Aachen, in Würselen, liegt die 1300 als Grenzfeste von Graf Wilhelm von Jülich errichtete Burg Wilhelmstein. Die Burg dient als Veranstaltungsort mit besonderem Ambiente; auf der Freilichtbühne des Burghofes werden unter anderem Konzerte, Kabarett und Kino geboten. Freilufttheater gibt es auch auf der Burg Frankenberg in Aachen: Die Wasserburg wird sowohl als städtisches Museum als auch als Spielstätte des "Das da-Theaters" mit seinen traditionellen Shakespeare-Aufführungen genutzt.

Münster gilt als das Zentrum der Burgen- und Schlösserregion Münsterland. Das Stadtschloss, der Erbdrostenhof und das durch die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff bekannt gewordene Rüschhaus wurden allesamt von Johann Conrad Schlaun, dem berühmten westfälischen Barockarchitekten, erbaut. Informationen zu speziellen Führungen auf den Spuren Schlauns sind im Reiseführer von Münster Marketing  oder auf deren Internetseiten zu finden. Radlern sei übrigens die "100-Schlösser-Route" empfohlen: Die über 960 Kilometer lange Themenroute durch das Münsterland streift eine Vielzahl von Wasserburgen und Schlössern.

Die Wasserburg Anholt mit dem stolzen Bergfried aus dem Mittelalter liegt an der Schnittstelle zweier Kulturlandschaften: dem Münsterland und dem Niederrhein. Nach einer Besichtigung der Gemäldesammlung der Burg oder einem ausgiebigen Golfspiel am Parkhotel, haben Sie die Möglichkeit in den alten Gemächern des Schlosses zu übernachten (> mehr Informationen auch beim Münsterland e.V.).

Im barocken Wasserschloss Ahaus, der ehemaligen Jagdresidenz der Fürstbischöfe von Münster, veranstalten die Stadt Ahaus und der Kreis Borken schon seit über 50 Jahren ihre Schlosskonzerte.

Das Wasserschloss Dyck in Jüchen am Niederrhein liegt inmitten eines malerischen englischen Landschaftsgartens. Auf vier Inseln verteilt, erhielten Schloss und Vorhöfe ihr barockes Antlitz im 17. Jahrhundert. Seit über 900 Jahren im Besitz der Fürsten und Altgrafen zu Salm-Reifferscheidt-Dyck, ist Schloss Dyck seit Gründung der Stiftung Schloss Dyck im Jahr 1999 Dank Unterstützung der Öffentlichen Hand nun Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur mit internationaler Ausrichtung. Der Park birgt eine vielfältige und überaus gut erhaltene Gehölzsammlung. In Alter und Artenreichtum findet man in Europa wenige vergleichbare Anwesen.

Schloss Moyland in Bedburg-Hau- ebenfalls gelegen am Niederrhein - beherbergt in seinen Mauern seit dem Wiederaufbau die ehemalige Privatsammlung der Brüder van der Grinten. In einzigartiger Weise verbindet das historische Schlossensemble mit seiner weitläufigen Gartenanlage Architektur und Gartenkunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit modernen und zeitgenössischen künstlerischen Positionen. Das Schloss ist ein kulturelles Zentrum von internationaler Bedeutung. Der Kräutergarten in der Parkanlage von Museum Schloss Moyland ist eine besondere Sehenswürdigkeit. Er beinhaltet mehrere hundert Pflanzenarten und bietet einen Querschnitt durch die Geschichte der Kräuter-, Heil-, Nutz- und Duftpflanzen von der Antike bis heute. 

Burgenromantik gibt es auch zwischen Ennepe und Ruhr: Der im Klartext Verlag Verlag erschienener Burgenführer "Von Grafen, Bischöfen und feigen Morden" von Harald Polenz beschreibt auf 120 Seiten 22 trutzige Burgen, stolze Herrenhäuser und prächtige Adelssitze zwischen Dortmund und Essen - auch die Legende um den Zwergenkönig Goldemar, der auf der Wittener Burg Hardenstein gelebt haben soll, wird mit einer spannenden Geschichte bedacht. Das Buch ist im Handel erhältlich. Auf Schloss Broich in Mülheim an der Ruhr, im 9. Jahrhundert als Festung gegen die Normannen errichtet, finden gleich mehrere Kulturhighlights statt - so ist der Innenhof Heimstatt des "Mülheimer Jazz-Festivals", des "Burg Folk Festivals" und des "Castle Rock".

Die einzige Dreiecksburg Deutschlands, die Wewelsburg, erhebt sich hoch über das Almetal in Büren. Sie wurde Anfang des 17. Jahrhunderts im Stil der Weserrenaissance als Nebenresidenz der Paderborner Fürstbischöfe erbaut - heute befinden sich hier eine Jugendherberge sowie das Kreismuseum Wewelsburg.

Die Sparrenburg in Bielefeld ist das Wahrzeichen der Stadt; jeweils im Juli dient sie als beeindruckende Kulisse für das dreitägige Sparrenburgfest, bei dem die Geschichte und die Kultur des Mittelalters wieder lebendig werden. Näheres erfahren Sie unter www.bielefeld.de.

Noch bis zum 17. Oktober wird im Bergischen Museum Schloss Burg in Solingen die umfassendste Ausstellung seiner über 100-jährigen Geschichte präsentiert; unter dem Motto "Ritter auf Schloss Burg" werden etwa Rüstungen - und die Wäsche darunter - gezeigt.

Die Museen auf der Burg Altena im Sauerland schließlich lassen die Gäste an Kämpfen und Tafelfreuden der Ritter und Adeligen sowie am Leben der Bauern und Handwerker teilhaben. Sogar die erste ständige Jugendherberge der Welt ist für Besucher zugänglich.

 

 

 

 

 

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